Grundeinkommen Studie

Die Grundeinkommen Studie (2021)

Die Grundeinkommen Studie 2021 ist die erste deutsche Langzeitstudie zu den Effekten eines bedingungslosen Grundeinkommens. Unter Grundeinkommen versteht man diesbezüglich einen Betrag, den jeder erwachsene und sogar minderjährige Bürger ohne Rückzahlungsverpflichtung und ohne direkte Gegenleistung erhält. Nun wurde dieser Traum für 122 von insgesamt 2 Millionen Bewerbern in Deutschland Wirklichkeit. Mit anderen Worten: Die Gewinner können sich seit dem 1. Juni 2021 über 1.200 Euro pro Monat freuen – immerhin über einen Zeitraum von 3 Jahren.

Rechtlich gesehen handelt es sich beim Grundeinkommen um eine Schenkung. Daher besteht auf die Zahlung weder ein Rechtsanspruch, noch kann die Zahlung garantiert werden.

Eckdaten der deutschen Studie 2021

122 Personen

erhalten dabei für insgesamt

3 Jahre

monatlich zusätzlich

1.200 €

Die Ergebnisse der finnischen Grundeinkommensstudie

Am 31. Dezember 2018 endete bereits in Finnland eine ähnliche Studie zum Grundeinkommen. In diesem Rahmen erhielten allerdings 2.000 zufällig ausgewählte Erwerbslose 2 Jahre lang 560 Euro pro Monat. Dieser Betrag entsprach in etwa dem monatlichen Arbeitslosengeld in Finnland. Die Teilnehmer an der Studie waren zwischen 25 und 58 Jahre alt. Sie mussten das erhaltene Grundeinkommen nicht versteuern und konnten zudem in Teilzeitjobs ohne Abzüge oder andere Bedingungen dazuverdienen. Ebenso wurde das Kindergeld nicht angerechnet.

Das sind die finnischen Studien-Ergebnisse:

  • Ein bedingungsloses Grundeinkommen erhöhte messbar das Selbstvertrauen und ebenso das Vertrauen in Institutionen sowie die Zuversicht in die Zukunft.
  • Die Bezieher des Grundeinkommens erlebten weniger Stress und weniger Symptome, die auf Depressionen hinwiesen. Außerdem stieg das Gefühl, sich besser konzentrieren und lernen zu können.
  • Diejenigen, die ein Grundeinkommen erhielten, hatten keineswegs weniger Lust zu arbeiten; im Gegenteil, denn es stellte sich ein leicht positiver Effekt ein.

Allerdings wurde den Ergebnissen der finnischen Studie zunächst wenig Aufmerksamkeit geschenkt, da die Ergebnisse angeblich kaum der Rede wert waren. Betrachtet man jedoch die Steigerung des subjektiven Wohlbefindens der Teilnehmer/innen und im Gegensatz dazu keine negativen Auswirkungen auf die Arbeitsmoral, ist der positive Effekt offensichtlich:

Ein Grundeinkommen gibt den Menschen mehr Zeit und mehr Geld und macht sie keineswegs faul. Der wahrscheinlich größte Erfolg der finnischen Studie besteht jedoch darin, dass die Frage der sozialen Gerechtigkeit weltweit etwas mehr Aufmerksamkeit bekam.

Grundeinkommen Studie Deutschland

Auch in Deutschland ist die Idee vom Grundeinkommen keineswegs neu, denn bereits seit 2014 haben bereits mehr als 800 Teilnehmer/innen ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten. Jedoch kam dieses noch vom Verein „Mein Grundeinkommen„. Private Spender finanzierten ebenso wie in der Studie die erforderlichen Mittel und verlosten sie an die Kandidaten. Die Gewinner konnten damit machen, was sie wollten: entweder ein Unternehmen gründen, oder die Welt bereisen, sich weiterbilden, ihr Kind unterstützen, ihre unsichere Rente aufbessern oder einfach nur mehr Zeit für sich selbst nutzen und ein finanziell befreiteres Leben führen.

Nachdem sich bereits Millionäre und Milliardäre wie zum Beispiel dm-Gründer Götz W. Werner seit 2007 mit dem Thema auseinander setzen, untersuchen nun erstmals Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Schupp das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE). Allerdings mit einer Bedingung: Die Probanden müssen im Verlauf der Studie insgesamt 7 Fragebögen im halbjährlichen Abstand beantworten. Darin geben die Teilnehmer einerseits Daten zu ihrer Erwerbstätigkeit und ebenso zur Zeitverwendung beziehungsweise zum Konsumverhalten preis.

Wer bekommt das Grundeinkommen?

Daraufhin erhöhten die Forscher die Zahl der Studienteilnehmer, denn je mehr Menschen an der Studie teilnehmen, desto besser sind die Bedingungen für die Forscher.

Voraussetzungen für die Bewerbung:

  • erster Wohnsitz (also wohnhaft) in Deutschland
  • außerdem ein Mindestalter von 18 Jahren
  • Bewerbung über einen Online-Fragebogen 

Erforderliche Angaben im Bewerber-Fragebogen:

  • erstens Adresse und Kontaktdaten 
  • zudem Geschlecht (W“ weiblich, „M“ männlich, „D“ divers)
  • außerdem die Anzahl der Kinder 
  • sowie zur Größe des Haushalts
  • ebenso zum Bildungsgrad (Schulabschluss) 
  • zusätzlich zum derzeitigen Netto-Einkommen
  • und Angaben zu eventuellem Bezug von Sozialleistungen. 

Auswahl der Teilnehmer

Wie kann man aus zwei Millionen Bewerbern „nur“ 122 Forschungsteilnehmer auswählen, die untersucht werden sollen? Vor allem, um sinnvolle und wissenschaftlich verwertbare Erkenntnisse über die Wirkung des Grundeinkommens zu erhalten. Dazu wählten die Initiatoren eine eingeschränkte Bevölkerungsgruppe, welche durch folgende Merkmale gekennzeichnet ist:

  • erstens 1-Personen-Haushalte
  • zudem aus der Altersgruppe 21 bis 40 Jahre
  • darüber hinaus ein Haushaltsnettoeinkommen von 1.200 bis 2.600 €

Das Grundeinkommen bekommen 122 von insgesamt 1.500. Werten und der Gesundheit enthalten. Das Geld wird den Angaben zufolge wie eine Schenkung an die Teilnehmer überwiesen. Bei Hartz IV-Empfängern wird der Betrag verrechnet.

Wann beginnt die Studie bedingungsloses Grundeinkommen?

Wann startet das Grundeinkommen? Die offizielle DIW-Studie zum „Grundeinkommen Deutschland“ startete am 01.06.2021. Die Studie läuft über insgesamt 3 Jahre und soll nach Ermittlung eines Zwischenergebnisses im Februar 2024 dann im Mai 2024 abgeschlossen und ausgewertet werden.

Wie läuft die Grundeinkommen Studie ab?

Bewerbungsphase

In der 1. Phase der Grundeinkommen Studie sollte eine möglichst große Zahl an BewerberInnen zur Teilnahme motiviert werden. Anfangs planten die Initiatoren, zunächst 1 Million Bewerber-Profile zu sammeln, ehe sie die konkrete Auswahl der Kandidaten und die Verlosung der Grundeinkommen starteten. Für dieses ambitionierte Ziel plante man 3 Monate. Zur allgemeinen Überraschung registrierten sich jedoch schon innerhalb der ersten 70 Stunden mehr als eine Million Bewerber, weshalb die Zahl nachträglich auf 2 Millionen erhöht wurde.

Auswahlphase

In der 2. Phase wurden bis zum 12.01.2021 aus allen BewerberInnen 20.000 Menschen für die Basisbefragung ausgewählt. Dabei ging es in erster Linie darum, eine Gruppe zu bestimmen, welche sich für den Forschungszweck am besten eignet.

Festlegung der Teilnehmer

In der 3. Phase legten die Forscher per Zufallsauswahl 2 Gruppen fest: Erstens die 122 Personen starke der Bezieher von Grundeinkommen. Außerdem eine Vergleichsgruppe von 1.380 Personen, welche kein Grundeinkommen beziehen, aber den Personen der ersten Gruppe ähneln.

Erhebungsphase

In der 4. Phase der Grundeinkommen Studie beginnt die eigentliche Forschung. Das bedeutet: Über einen Zeitraum von 3 Jahren erhalten die ausgelosten Bezieher ihr Grundeinkommen. Im Gegenzug füllen diese nach jeweils 6 Monaten einen Fragebogen aus, zu dessen Beantwortung ca. 25 Minuten benötigt werden.

Bedingungsloses Grundeinkommen: Pro und contra

PRO

CONTRA

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